Herbsttagung 2017

Das Bundesteilhabegesetz (BTHG) _ Auswirkungen auf das Arbeitsfeld und die Ausbildung der HEP und HEH

Die Aussicht auf Informationen rund um die Einführung und Bestimmungen des BTHG lockte 87 Lehrkräfte der Mitgliedsschulen zur Herbsttagung in das Mildred-Scheel-Berufskolleg nach Solingen. Diese sollten am Morgen Antworten auf ihre Fragen zunächst von Katja Alfing, Referentin der Behindertenarbeit der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe e.V., erhalten. Frau Alfing stellte unter anderem die schrittweise Umsetzung des Artikel-Gesetzes in Reformstufen, Ziele und Prinzipien sowie allgemeine Regelungen vor. Besonders deutlich geworden ist die mit der Umsetzung des Gesetzes verbundene Veränderung der Eingliederungshilfe von einem Fürsorgesystem hin zu einem modernen Teilhaberecht. Das Wunsch- und Wahlrecht der Leistungsempfänger sowie eine konsequent personenzentrierte Ausrichtung der Leistungen werden Konsequenzen für die Teilhabe des betroffenen Personenkreises haben, die auch in den Ausbildungsorten Schule und Praxis aufgegriffen werden müssen.

 

Angelika Lenz und Daniela Nawrot-Heinen, KoKoBe des Kreises Kleve, nahmen  im zweiten Vortrag des Vormittags insbesondere rechtliche Veränderungen     in den Blick. Dabei wurde zum Beispiel deutlich, dass die Veränderung der „stationären“ hin zu „gemeinschaftlichen“ Wohnformen keine bloße Umbenennung ist, sondern die Eigenverantwortung der Leistungsempfänger durch die Trennung von existenzsichernden und Eingliederungshilfeleistungen stärkt. Aufgabe der Eingliederungshilfe ist demnach Leistungsberechtigten eine individuelle Lebensführung zu ermöglichen sowie eine gleichberechtigte Teilhabe zu fördern. Auch die im Zuge der Einführung des Pflegestärkungsgesetzes II verbundene Änderung eines teilhabeorientierten Begriffs der Pflegebedürftigkeit inklusive eines neuen Begutachtungsinstruments zeigen bereits Auswirkungen für Menschen mit Behinderungen. Deutlich in den Blick genommen werden dabei unter anderem die Lebensbereiche psychische Problemlagen und die Gestaltung sozialer Kontakte, wodurch eine Ausrichtung der Hilfeleistungen am tatsächlichen Bedarf erfolgen kann.

Zu den Themen „Finanzierung“, „Teilhabe“, „Haltung/Berufsverständnis“, „Chancen und Gefahren für das Berufsfeld“ und „Beratung für die Klienten“ konnten in von den Referentinnen begleiteten Workshops Fragen geklärt und Erfahrungen ausgetauscht werden. Sämtliche Ergebnisse hierzu können im internen Bereich nachgelesen werden.

„Es gibt viel zu tun – packen wir´s an“ könnte verbunden mit „yes we can“ optimistisch-tatkräftiges Fazit in den Köpfen vieler Teilnehmender auf der Heimfahrt aus Solingen gewesen sein. (JB)